07.09.2010

Nicolas Kiefer erzählt in Bild am Sonntag (5. September) von der Geburt seiner Tochter Mabelle Emilienne und dass er für sie seine Tenniskarriere fortsetzen wird.

(Foto: Lars Kaletta)

 

BILD am SONNTAG: Herr Kiefer, Sie sind vor drei Wochen Vater geworden. Herzlichen Glückwunsch! Wie hat Mabelle Emilienne Ihr Leben verändert?

Nicolas Kiefer (33): Die Kleine ist unser Glück, ein Wunschkind. Nach ihrer Geburt waren wir zu Dritt sechs Tage und Nächte im Krankenhaus. Die Glückshormone haben es sogar geschafft, dass ich zweimal am Tag Currywurst mit Pommes gegessen habe. Das hatte ich vorher 14 Jahre nicht mehr gemacht.

Sie machen also wirklich nur Baby-Pause?

Definitiv. In den ersten Wochen will ich so viel Zeit wie möglich mit Mabelle verbringen. Roger Federer hat mir gesagt, dass es weh tut, wenn man eine Nacht nicht dabei ist, dem stimme ich zu. Gerade am Anfang entwickeln sich die Kinder sehr, sehr schnell.

Wie sind Sie denn auf den Namen Mabelle Emilienne gekommen?

Wir waren abends beim Inder essen und haben uns mit dem Thema Vornamen beschäftigt, sind zufälligerweise auf Mabelle gekommen. Wir wollten etwas, das nicht jeder hat. Aber man sollte es auch aussprechen können. Und Emilienne ist der Vorname meiner französischen Oma.

Wo haben Sie eigentlich Ihre Freundin kennengelernt?

Auf einer Party. Anna kam auf mich zu, hat gesagt „Warum schaust du denn so komisch? Hast du in deinem Leben überhaupt schon mal ein Turnier gewonnen?“ Damals war sie nicht interessiert. Jetzt sind wir seit anderthalb Jahren zusammen.

Wann kehren Sie zurück auf die Tour? Gibt es schon einen Zeitplan?

Noch nicht kurzfristig. Aber natürlich habe ich meine weitere Karriere im Auge. Am Donnerstag habe ich mich mit meinem Fitness-Trainer getroffen, er macht mir die Pläne fertig, schickt sie mir zu. Hoffentlich sieht mich meine Tochter noch mal bewusst Tennis spielen. Das heißt, es sind noch mindestens drei Jahre.

Was vermissen Sie sonst?

Die Tour. Ich bin 14 Jahre gereist, habe nur aus zwei Taschen gelebt. Zur Geburt unserer Tochter gab es viele Glückwünsche von den Spielern. Auch Boris Becker hat mir eine Nachricht geschickt: „Gut gemacht!“ Während langer Verletzungspausen meldet sich kaum einer, aber nach einer Geburt schon. Was lernen wir daraus? Kinder machen Freunde (lacht).

Apropos Becker – wie sieht’s mit Hochzeit aus?

Heiraten ist schön, aber wenn man glücklich ist, dann ist es auch ohne Trauschein schön.

Zurück zum Tennis. Müssen Sie jetzt auf Challenger Turnieren wieder einsteigen?

Ich bin mir auch nicht zu schade, irgendwo eine Quali zu spielen. Wer nach oben will, muss unten anfangen. Siege bringen Selbstvertrauen, deshalb wäre es nicht schlecht, unten anzufangen.

Wie sehen Sie die aktuelle Situation des deutschen Tennis?

Durchwachsen. Ich weiß nicht, wann das letzte Mal ein Deutscher unter den Top 20 war. Im Tennis muss man arbeiten bis zur totalen Erschöpfung, das vermisse ich bei der Jugend. Die Jungen sind zu verwöhnt, da heißt es bei kleinen Erfolgen schon „Mein Berater“ und es werden die großen Forderungen ausgepackt.

Was ist Ihre schönste Tennis-Anekdote?

Ich habe ja noch Typen auf der Tour erlebt wie Goran Ivanisevic, der beim Tennis wie beim Golf die Schläger zertrümmert hat. Dann das Match mit Roger Federer in Cincinnati gegen unsere Trainer, golfen nicht Tennis. Roger hat’s am letzten Loch verbockt. Darüber reden wir heute noch.

 

Interview Von Matthias Marburg und Lars Beike

 




Kommentare der Fans

Seite 1 von 1 5 Kommentare
#5 Adi Kuta schrieb am 25.09.2010 07:51 answer email

Hallo Kiwi,

Bin erfreut zu hören das du deine Karriere fortsetzt.

Habe immer gerne deine Spiele in der Stadthalle angeschaut.

Ich hoffe das ich dich wieder beim Wiener Tennisturnier nächstes Jahr sehen werde.

Alles Gute Dir und Deiner Familie!

Schöne Grüße aus Wien,

Adi

#4 Stefan Düll schrieb am 10.09.2010 03:59 answer email

Hi Kiwi,

alles Liebe und Gute für Deine junge Familie!

Ihr drei seht sehr glücklich aus, das freut mich.

Ich hoffe, wir begegnen uns bald wieder auf dem ein oder anderen Turnier.

Ich kam gestern erst aus New York zurück...

Viel Spaß und alles Gute bei der harten Vorbereitung!

Liebe Grüße,

Stefan aus Würzburg

#3 Martin Seberts schrieb am 09.09.2010 23:52 answer email homepage

GO KIWIIIIIIIIIIIII!!!

Mach´s noch einmal, so wie gegen Jouhzny,

Auf in deinen 15. Frühling. Für Mabelle Emilienne und deine Fans

smile

#2 Abir schrieb am 09.09.2010 00:36 answer email homepage

Oh beautiful family big green Cutest little girl ever.

Good luck personally and professionally.

 

Keep us posted !

 

xxx

#1 Silvia schrieb am 07.09.2010 21:40 answer email

Ist die süüüüüüüüüüüüüüüüüüüßßßß und ihr eine tolle kleine Familie.

 

Alles Gute aus Basche vom Deister

 

LG Silvia

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